“Jimis letzter großer Gig. Das Festival auf der Isle of Wight”. Feature von Volker Skierka
Deutschlandradio Kultur, Sa., 04.09.2010, 18.05 – 19.00 Uhr
Der Auftritt von Jimi Hendrix war ein Höhepunkt des legendären Rockkonzerts auf der Isle of Wight in Südengland. Volker Skierka war 1970 als Reporter für eine Schülerzeitung dabei und begibt sich 40 Jahre später auf die Suche nach dem Lebensgefühl von damals.
Woodstock im Staat New York 1969 ist legendär. Das europäische Festival auf der Isle of Wight spektakulär. 600.000 Menschen waren dabei, als die Größen der Rock- und Popmusik eine Woche lang durchspielten. Und auch Volker Skierka. Er verlässt sich nicht nur auf seine eigenen Erinnerungen. Er sucht Menschen, die ebenfalls dabei waren. Er findet zum Beispiel John Giddings, einen der vier Veranstalter und Organisatoren, er findet Immer-noch-Rebellen und Immer-noch-Gegner des Lebensgefühls des Jahres 1970. Sie sind grau geworden, ihr Haupthaar ist schütter und ihr Einkommen geregelt. Aber sie schwärmen von Sex, drugs and rock ´n roll, love and piece – oder sie verdammen dieses Lebensgefühl, das von den hunderttausenden Menschen zelebriert wurde.
Afton Down, der Hügel nahe dem kleinen Ort Freshwater, war Schauplatz der letzten großen Session von Jimi Hendrix, der drei Wochen und vier Konzerte später tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde. The Who spielten vier Stunden lang, Miles Davis, The Doors, Leonard Cohen und Emerson, Lake and Palmer waren da. Volker Skierka verbindet seine persönlichen Erinnerungen mit Originalaufnahmen und der Musik des Festivals sowie den Erinnerungen der Zeitzeugen. Die Hygiene war unglaublich, aber die Welt sollte besser werden. Bis heute ist offen, ob die Veranstaltung ein riesiger Verlust oder ein großes Geschäft war. Das beschauliche südenglische Inseldorf von 1970 ist jetzt zubetoniert und gesichtslos.
Es hat etwas von einem Märchen, das uns Volker Skierka erzählt. Ein Festival unter freiem Himmel mit den Größen der Rock-und Popmusik, frei von Regeln und Moral. Sechs Tage angefüllt mit Musik und Gefühl. Es ist auch sein eigenes Märchen. Die Auszüge aus Volker Skierkas Artikel für die Schülerzeitung lassen erahnen, wie sehr er beeindruckt war, einfach von allem, nicht nur von der Musik. Da wäre man doch auch gerne dabei gewesen.
wa

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